Mittwoch, 5. Dezember 2018

Bestandsaufnahme Pensionsverpflichtungen


Hintergrundinformation: Steuerrechtliche Inventurerleichterung bei der Bestandsaufnahme von Pensionsverpflichtungen

In Anwendung der Einkommensteuer-Richtlinien R 6a Abs. 18 EStR 2008 , die sich auf § 241 Abs. 3 HGB bezieht, wird der für die Berechnung der Pensionsrückstellungen maßgebende Personenstand auf einen Tag (Inventurstichtag) innerhalb von drei Monaten vor dem Bilanzstichtag aufgenommen.
Dabei dürfen, je nach Anzahl der Pensionsberechtigten, Veränderungen von biologischen Ursachen (Tod, Invalidität), sowie Zu- und Abgänge und Beförderungen unberücksichtigt bleiben.

Steuerrechtlich wird nicht beanstandet, wenn im Falle der Vorverlegung der Bestandsaufnahme bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen wie folgt verfahren wird:

Die für den Inventurstichtag festgestellten Pensionsverpflichtungen sind bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen für den Bilanzstichtag mit ihrem Wert vom Bilanzstichtag anzusetzen.
 
Aus Vereinfachungsgründen können bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen für den Bilanzstichtag die folgenden Veränderungen der Pensionsverpflichtungen, die in der Zeit vom Inventurstichtag bis zum Bilanzstichtag eintreten, unberücksichtigt bleiben:

a)Veränderungen, die auf biologischen Ursachen, z.B. Tod, Invalidität, beruhen;
b)Veränderungen durch normale Zu- oder Abgänge von pensionsberechtigten Personen oder durch Übergang in eine andere Gehalts- oder Pensionsgruppe, z.B. Beförderung. 2Außergewöhnliche Veränderungen, z.B. Stilllegung oder Eröffnung eines Teilbetriebs, bei Massenentlassungen oder bei einer wesentlichen Erweiterung des Kreises der pensionsberechtigten Personen, sind bei der Rückstellungsberechnung für den Bilanzstichtag zu berücksichtigen.

Allgemeine Leistungsänderungen für eine Gruppe von Verpflichtungen, die nicht unter Satz 1 Buchstabe a oder b fallen, sind bei der Rückstellungsberechnung für den Bilanzstichtag mindestens näherungsweise zu berücksichtigen; für den folgenden Bilanzstichtag ist der sich dann ergebende tatsächliche Wert anzusetzen.

Soweit Veränderungen der Pensionsverpflichtungen nach Nummer 2 bei der Berechnung der Rückstellungen für den Bilanzstichtag unberücksichtigt bleiben, sind sie zum nächsten Bilanzstichtag bis zur steuerlich zulässigen Höhe zu berücksichtigen.

Werden werterhöhende Umstände, die nach Nummer 2 bei der Berechnung der Rückstellungen für den Bilanzstichtag unberücksichtigt bleiben können, dennoch in die Rückstellungsberechnung einbezogen, sind bei der Rückstellungsberechnung auch wertmindernde Umstände, die nach Nummer 2 außer Betracht bleiben können, zu berücksichtigen.

Die Nummern 2 bis 4 gelten nicht, wenn bei einem Stpfl. am Inventurstichtag nicht mehr als 20 Pensionsberechtigte vorhanden sind. Sie gelten ferner nicht für Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften.

Freitag, 2. November 2018

Anrechnung einer Rente aus der GRV

Die Anrechnung einer Rente aus der GRV im Bereich Beamtenversorgung mit dem Rechenwerkzeug HPR Pensionsrückstellung sieht wie folgt aus:

Hat ein Beamter Zeiten im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung erworben, kann das Rechenwerzeug HPR Pensionsrückstellung die Höhe des daraus zu erwartenden Rentenanspruchs mit einem Näherungsverfahren ermitteln.

Das Rechenergebnis aus dem Näherungsverfahren wird auf die Pension mit dem Teil angerechnet, der den maximalen Ruhegehaltssatz von 71,75% übersteigen würde.

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Hintergrund Beihilferückstellung in HPR Kommunal


Beihilferückstellung
Für die Bewertung von Beihilfeverpflichtungen ab Eintritt des Versorgungsfalls, um hierfür vorzusorgen. Zu diesem Zweck ist der Betrag zu ermitteln, der den erwarteten Kosten eines Versorgungsempfängers für Krankheit entspricht. Und zwar unabhängig davon, ob die jeweilige Behörde eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen hat oder nicht (also unabhängig von der Finanzierung).

Beihilferückstellung mit HPR Pensionsrückstellung
Das Rechenprogramm HPR Pensionsrückstellung kann für die Ermittlung einer Beihilferückstellung geeignete Krankenversicherungstarife nutzen. Solche Tarife basieren auf großen Beständen an Versicherten, müssen aus Sicht des Anbieters kostendeckend sein und geben deshalb relativ genau die voraussichtlichen Krankheitskosten wieder. Die Problematik der Streuung, die sich aus den sonst üblichen Schätzmethoden, die beobachtete Leistungen an Versorgungsempfängern zugrunde legen, entfällt.

Nutzen der Verwendung von Krankenversicherungstarifen
Insbesondere bei kleinen oder sich noch im Aufbau befindlichen Beständen an Versorgungsempfängern mit Beihilfeanspruch ist die Verwendung solcher Tarife  eine wertvolle Hilfe, da die Schwankungen der später tatsächlich zu leistenden Beihilfezahlungen sehr hoch sein kann.Versicherungsmathematisch wird aus den Krankenversicherungstarifen jedoch eine hinreichend abgesicherte Krankenkostenschätzung unterstellt und bewertet. Diese Werte entsprechen einer Kopfpauschale.

Woher kommen die anzuwendenden Krankenversicherungstarife?
Die entsprechenden Beihilfetarife werden von unterschiedlichen Krankenversicherungen angeboten. Üblicherweise beschreiben Tarife die auf 50 % Beihilfe des Arbeitgebers und 50 % private Krankenkostenabsicherung des Arbeitnehmers bei einer privaten Krankenversicherung beruhen, das Kostenrisiko gut. Ein derartiger Tarif kann bei den jeweiligen Anbietern für die relevanten Alter zwischen 60 und 65 Jahren erfragt im Programm erfasst werden. Alternativ kann er aus tatsächlichen Zahlungen mittels Durchschnittswert der letzten 5 Jahre, heruntergebrochen auf Monatsbasis, ermittelt werden.

Leistungsniveau
Da das Leistungsniveau der Anbieter durchaus unterschiedlich sein kann, wurde im Programm HPR Pensionsrückstellung kein spezieller oder fixer Tarif hinterlegt. Statt dessen besteht für den Anwender die Möglichkeit, die voraussichtlichen oder geschätzten Tarife je nach individueller Situation bzw. Erfahrung zu erfassen und erforderlichenfalls im Folgejahr anzupassen. Hilfsweise kann auch ein Tarif hinterlegt werden, der auf die Mehrzahl der Fälle passt (gemittelte Werte verschiedener deutscher Versicherungsunternehmen für alle Altersgruppen).

Weiterführende Informationen zu dieser Schätzmethode
Die Bayerische Versorgungskammer nutzt dieses Verfahren unter Zugrundelegung eines derartigen Krankenversicherungstarifes, den sie bei den verschiedenen Anbietern (Versicherungsgesellschaften) immer wieder neu recherchiert und mit eigenen Erfahrungen in Einklang bringt. Der Bereich Mathematik gibt gern Auskunft dazu.

Dienstag, 25. September 2018

Neue Version von HPR Pensionsrückstellung mit Heubeck Richttafeln 2018 G


Die Heubeck Richttafeln GmbH hat neue Richttafeln (Heubeck 2018 G) herausgegeben. Darin werden zum einen die neuesten Lebenserwartungen berücksichtigt, zum anderen findet auch der Zusammenhang von Sterblichkeit und Einkommenshöhe einen pauschalierten Niederschlag. Beides zusammen führt zu höheren Werten bei der Bewertung von Pensionsrückstellungen.

Für steuerrechtliche Bewertungen steht noch nicht fest, ab wann die neuen Richttafeln zu verwenden sind, es wird aber noch in diesem Jahr ein Schreiben des BMF erwartet. Für die handelsrechtliche Bewertung sind sie zu verwenden, sobald sie allgemein anerkannt sind. Dies ist spätestens mit dem Schreiben vom BMF erfüllt. 

Wir haben  bereits eine neue Version von HPR Pensionsrückstellung entwickelt, die ab sofort in der Version HPR 6 verfügbar ist, damit Sie die neuen Richttafeln 2018 G schnellstmöglich nutzen können.
 
Anwender von HPR Pensionsrückstellung erhalten beim Versionswechsel zu HPR 6 einen Nachlass. Sprechen Sie uns bitte an.