Montag, 25. Juli 2016

Abzinsung von Versorgungsverpflichtungen aus dem Blickwinkel der Kostenkalkulation

Es gibt bilanzielle Notwendigkeiten, aber auch andere Blickwinkel. Zum Beispiel die Kostenkalkulation des Unternehmers mit dem Ziel, der auskömmlichen Preisfindung.

Versicherungsmathematik hilft dabei, die tatsächlichen Kosten um statistische Fakten wie z.B. Sterblichkeit zu reduzieren. Was aber ist mit den Zinsen, die aus dem zum Stichtag angesparten Deckungsvermögen erzielt werden?

Üblich ist es, Rückstellungen für Versorgungsverpflichtungen und damit die jährlichen Zuführungen auf Basis klarer Zinsvorschriften zu ermitteln. Das ist richtig für Bewertungen nach EKSt, HGB oder Deckungsrückstellungsverordnung.

Wie muss im Gegensatz dazu abgezinst werden, wenn der Unternehmer die tatsächlichen Kosten eines  Mitarbeiters jetzt benötigt, um seine Kosten zutreffend zu beziffern?

Um genaue Kosten in die Preiskalkulation einfließen zu lassen, darf der Unternehmer sicher nicht so tun, als würde sich seine bisher aufgebaute Rückstellung nach Einkommensteuer- oder Handelsrechtlichem Bewertungsmaßstab verzinsen. Nein - um eine zutreffende Kalkulation von Kosten anfertigen zu können, geht es ausschließlich um die Frage: Was kostet mich die später zu zahlende Pension für den eingesetzten Mitarbeiter in diesem Moment? Daraus folgt: der Unternehmer darf keinen potenziellen Zinsgewinn in seine Rechnung einbeziehen. Sonst ist seine Kalkulation falsch, die Pensionszusage des Mitarbeiters wird nicht über den kalkulierten Wert gedeckt. Nach der Deckungsrückstellungsverordnung darf man deshalb aktuell (Stand: Juni 2016) einen Höchstrechnungssinssatz von maximal 1,25% ansetzen.

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